Kelly-Formel Anwendung


Buchmacher und Quoten, die Wahrscheinlichkeit des Ausganges von Sportereignissen wird dadurch dem Sportwetter präsentiert. Um die Kelly-Formel anwenden zu können, muss der Wettfreund eigene Gewinnerwartungen in Prozent bilden. Er ist geradezu verdammt dazu, eine möglichst konstant bessere Einschätzung von bevorstehenden Ereignissen, seien es Fußballspiele oder auch Matches in anderen Sportarten, als wie der Wettanbieter abzugeben.
In der Praxis kann die Anwendung, der dem Investment-Sektor entlehnten Kelly-Formel, für alle drei möglichen Spielausgänge eines bevorstehenden Fußballspiels geprüft werden. Sie dient in erster Linie der Gewinnmaximierung, wenn man die Einschätzung der Tendenz optimal getroffen hat. Der Einsatz erfolgt dann i.d.R. für den Tipp, wo man den größten positiven Unterschied in der Beurteilung der Spielpaarung in puncto Wahrscheinlichkeit feststellt, kann aber bei einem Fußballspiel auch Einsätze für zwei Spielausgänge ergeben.
Am Besten lässt sich die Berechnung und Anwendung der Kelly-Formel an einem Beispiel erklären:
1 - 1.7, 0 - 3.5, 2 - 5.0 (Buchmacher Quoten)
1 - 60%, 0 - 15%, 2 - 25% (eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit)

1. Der Prozentsatz ist mit der Buchmacherquote -1 zu multiplizieren:
1 - 60* (1.7-1) = 42
0 - 15* (3.5-1) = 37,5
2 - 25* (5.0-1) = 100

2. Von diesem Prozentsatz ist die jeweils eigene Verlusterwartung abzuziehen:
1 - 42 - 40 = 2
0 - 37,5 - 85 = - 47,5
2 - 100 - 75 = 25

3. Die entstandene Zahl ist durch die Buchmacherquote -1 zu teilen:
1 - 2 / (1.7-1) = 2.86
0 - -47,5 / (3.5-1) = -19
2 - 25 / (5-1) = 6.25

Ein negatives Kelly-Kriterium ist natürlich nicht zu spielen. Ansonsten ist der Einsatz (2.86%, 6.25%) stets prozentual vom Gesamtkapital zu sehen, wobei man natürlich für jede Wette auch einen fraktionalen Teil, beispielsweise 1/5, vom gesamten verfügbaren Budget zugrundelegen kann.